Draußen spielen 9 - Hinkekasten

Es hieß Hüpfkästchen, Hinkekasten oder Himmel und Hölle. Das Spiel ist bis heute nicht verschwunden, wie Sie an den Kreidespuren auf so manchem Straßenpflaster sehen können.

Man kann es auf dem Erdboden spielen. Eine einigermaßen ebene Fläche muss da sein, also ein gestampfter Boden, ein vielbegangener Weg, feiner Schotter. Mit einem Holzstöckchen – das findet man immer – werden die Kästchen in den Boden geritzt.

Oder man hat einen Asphaltplatz oder –weg, ein ebenes Pflaster. Dann braucht man Kreide – die hatte nicht jeder zur Verfügung. Oder ein Stückchen Schiefer oder anderen Stein, der auf dem Pflaster abrieb – das konnte man finden und ausprobieren.

Hinkekasten sehen so aus:

kasten.jpgOder so ähnlich. Da gab es viele Möglichkeiten. Manchmal wurden die Felder noch mit Zahlen versehen.

In der richtigen Reihenfolge musste man auf einem Bein durch das Muster springen. Übertreten, also eine der Linien berühren, war verboten. Dann war die Nächste dran.

Verschiedene Schwierigkeitsgrade und neu erdachte Regeln machten das Spiel immer wieder spannend.

Die nächste Stufe begann mit einem Steinchenwurf ins erste Feld. Das Steinchen durfte nicht auf der Linie und musste im Feld landen. Beim Hüpfen musste das Feld mit dem Steinchen übersprungen werden. Dann kam der Wurf ins zweite Feld usw. es wurde immer schwieriger. Auf dem Rückweg musste auf einem Bein stehend der Stein eingesammelt und das Muster fertiggehüpft werden.

Wir haben es auch zu zweit so gespielt, dass jede ihr Steinchen liegen ließ. Die belegten Felder mussten übersprungen werden. Das gab weite Sätze auf einem Bein.

Schon die Kleinsten durften mitmachen, sie hoppelten auf beiden Füßen durch den Parcours.

kastenrund.jpgDer Kreis – den ich als Himmel und Hölle kenne – musste mit beiden Füßen jeweils abwechselnd passiert werden. Dadurch, dass die Bewegung im Kreis herumging und immer nur ein Fuß im jeweils nächsten Feld landen durfte, überkreuzten sich die Beine. Das ergab eine schöne flüssige Bewegung.

Steigerungen oder Variationen entstanden dadurch, dass der Fuß jeweils vor oder hinter dem anderen kreuzte oder dass der Kreis in der anderen Richtung durchtanzt wurde. Gab es nicht einen Vers oder ein Lied dazu?

Hüpfkästchen waren für Mädchen. Jungs war es völlig wurscht, ob sie auf der Linie landeten, sie ärgerten die Mädchen und verwischten die Kästchen. Nur wenn ein Junge ohne Bundesgenossen war und sich sehr langweilte, ließ er sich herab und gab sich ordentlich Mühe mit den vielfältigen Regeln, die es einzuhalten gab.

Na ja, das war in den fünfziger Jahren. Ob es heute anders ist?

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