Teddy und seine Freunde - Weihnachtsausstellung im Bomann-Museum Celle

342_12495_1_g.JPGBärige Zeiten im Bomann-Museum Celle: Die diesjährige Weihnachtsausstellung bietet auf über 600 qm Ausstellungsfläche vom 30.11.2007 bis 30.3.2008 Superlative. Der größte Teddy der Welt ist zu Gast. Im Sitzen ist er 3,50 Meter groß, aufrecht stehend
erreicht er eine Höhe von etwa 5,40 Meter. Der Spielzeughersteller Martin aus Sonneberg hat den Riesenbären, der innen mit einem Stahlgerüst ausgestattet ist und 500 kg wiegt, gefertigt.

Große und kleine Teddys und andere Plüsch- und Kuscheltiere begeistern seit über 100 Jahren als Spielzeuge, als Schmusetiere, Tröster und Beschützer, als lebenslange Begleiter, nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Sie erinnern an die eigene Kindheit oder sind begehrte Sammlerobjekte. Rund um den Teddy hat sich außerhalb der Kinderzimmer eine eigene “Kultur” entwickelt.

TEDDY.jpgDer Teddy soll seinen Namen der Legende nach dem amerikanische Präsidenten Theodore “Teddy” Roosevelt verdanken, der ein begeisterter Bärenjäger war. Auf der Jagd in Mississippi 1902 hatte er keine Gelegenheit zum Abschuss eines Bären, sondern bekam ein angebundenes Bärenjunges vor die Flinte gesetzt, das er jedoch nicht erschießen wollte. Der Karikaturist Clifford K. Berryman von der Washington Post sorgte mit seinen Karikaturen für die Verbreitung des Vorfalls und inspirierte so die russischen Einwanderer Morris und Rose Michtom, einen Bären als Schaufensterdekoration für ihr Geschäft in Brooklyn zu basteln und ihn mit Genehmigung Präsident Roosevelts Teddy’s Bear zu nennen. Aus diesen Anfängen entstand einer der größten amerikanischen Spielwarenhersteller, die Ideal Novelty and Toy Company.

Neben der amerikanischen Legende gibt es eine deutsche Überlieferung: 1902 entwickelte der Neffe der Spielzeugwarenherstellerin Margarete Steiff, Richard Steiff, in Giengen a. d. Brenz den ersten Teddybären mit beweglichen Armen und Beinen. Skizzen und Studien dafür hatte er während seines Studiums an der Kunstgewerbeschule Stuttgart im dortigen Zoo gefertigt. Der Bär wurde in die USA geschickt und kam wegen Nichtgefallen zurück. Erst auf der Leipziger Messe 1903 orderte ein amerikanischer Vertreter den verbesserten Bären in größerer Stückzahl. Der Bär soll zur Dekoration der Hochzeitstafel von Roosevelts Tochter gehört haben und beim scherzenden Tischgespräch über die Jagdleidenschaft des Präsidenten seinen Namen erhalten haben. Beide Versionen sind nicht verbürgt, trugen als Werbeanekdoten aber dazu bei, dass der Teddy von Amerika aus seinen Siegeszug in die Welt antrat.

RAIVO.jpgAllein über 100 Original-Teddys und andere Plüschtiere der Firma Steiff sowie die Original-Skizzenbücher von Richard Steiff und Firmenkataloge lassen die historische Entwicklung in der Ausstellung anschaulich werden. Mit Hilfe von Exponaten der Firmen Hermann, Hirschaid und Martin, Sonneberg, wird die Weiterentwicklung und Vielfalt der plüschigen Gesellen gezeigt. Die heimischen
und exotischen Tiere der Kösener Spielzeug Manufaktur sind in ihrem eigenen landschaftlichen Lebensraum zu sehen.

Doch nicht nur die Ware Spielzeug wird thematisiert, sondern auch die nach wie vor in aufwändiger Handarbeit gefertigten Künstler- und Sammlerbären, die teilweise skurrile Formen annehmen können, wie die Bären der Neuseeländer Künstlerin Heather Lyell verdeutlichen. Aber auch „kultige“ Bären wie Mr. Bean, Käpt’n Blaubär, Baloo, Winnie the Pooh, Paddington Bear und ihre Geschichten werden ausgestellt.

342_12494_1_g.JPGDie Ausstellung beschäftigt sich zudem mit der Frage, was der Braunbär mit dem Teddybären zu tun hat, und zeigt die große Zahl der Alltagsgegenstände, die - nicht nur zur Weihnachtszeit - mit einem Teddybärmotiv versehen sind. Auch die Werbung bedient sich der Bären und Teddys und zieht so alle emotionalen Register, sind doch Teddybären aufgrund ihres positiven Images die idealen Verkaufshelfer. So wird man in der Ausstellung beispielsweise dem Eisbären von Coca Cola oder dem Bären von Bärenmarke begegnen.

Anhand eines eingerichteten Arbeitsplatzes lässt sich die Herstellung der Teddys anschaulich nachvollziehen. Unter Anleitung von
Teddybärkünstlern und -künstlerinnen können die Besucher in der Ausstellung versuchen, ihren eigenen Teddy zu gestalten. Ein besonderes Kapitel ist den Bären aus Celle und seinem Umland gewidmet, beim Celler Bärentreffen erzählen sie in der Ausstellung ihre Geschichte, alte Kinderbilder wecken Erinnerungen. Ein weiteres Highlight der Ausstellung sind die Bärenbilder des Sylter
Künstlers Asger Jensen sowie Gemälde aus der Ted-Galerie von Volker Brummig, ein augenzwinkernder Streifzug durch die Kunstgeschichte.

Ausstellungseröffnung “Teddy und seine Freunde”: 29.11.2007, 19.00 Uhr
Laufzeit der Ausstellung: 30.11.2007–30.03.2008
Bomann-Museum Celle
Schloßplatz 7, 29221 Celle

Alle Bilder: (c) Bomann-Museum Celle

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